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Projekte

2019

SCHLAG DICH DURCH !
Bildhauer Workshop für Jugendliche 6. – 14. August 2019

Unter dem Titel »Wir können Kunst« fördert der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V. als Programmpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Kunstprojekte für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche, die von professionellen bildenden Künstlerinnen und Künstlern durchgeführt werden. Der BBK Hildesheim möchte in diesem Rahmen mit seinen Kooperationspartnern ein Bildhauerprojekt mit dem Titel SCHLAG DICH DURCH für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren anbieten.

Wir wollen Jugendlichen nicht nur ein Verständnis für die Kunst näher bringen, ihnen vermitteln, unter welchen Bedingungen sich Künstler durchschlagen müssen, sondern sie auch aktiv an der Kunst teilhaben lassen. Künstler und Teilnehmer tauschen ihre Ideen aus, diskutieren über Kunstwerke im Stadtgebiet und schlagen auch eigene Ideen in Stein. Eine Exkursion in den Kalksteinbruch Thüste und die Abschlussausstellung  in der VHS Hildesheim werden die Höhepunkte des Ferienprojekts im August 2019 sein.

Das arbeiten im Stein fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch das Durchhaltevermögen, das am Ende mit dem Erfolg, eine Skulptur geschlagen zu haben belohnt wird. Jeder Teilnehmer wird seinen Weg finden und sich durchschlagen – durch den Stein.

Weitere Auskünfte zum Workshop:

Marc Bertram   05128-404597 oder workshop@bbk-hildesheim.de
Info Flyer Download

Anmeldung über die VHS Hildesheim:
05121-9361-111 oder anmeldung@vhs-hildesheim.de
Kursnummer: L11115M
Gebühr kostenfrei

Gemeinsam stemmen wir das Projekt in Kooperation mit:

VHS Hildesheim / www.vhs-hildesheim.de
LABORA gGmbH Jugendwerkstatt Hildesheim / www.labora.de
Stammelbach Karl Krüger GmbH & Co KG/ www.stammelbach.com
Diakonie Himmelsthür e.V. mit Fahrdienst KulTour / www.diakonie-himmelsthuer.de

Dr. Margitta Rudolph (VHS), Markus Roloff (VHS), Marc Bertram (Bildhauer), Horst Müller (Diakonie Himmelsthür), Thomas Schlüter (Labora Jugendwerkstatt)

5. August 2019:
Die letzten Vorbereitungen laufen in vollen Zügen. 9 Jugendliche haben sich für den Workshop angemeldet. Ein letzter Platz könnte morgen noch belegt werden. Auf dem überdachten Hof von Stammelbach bau & wohnwelten sind die Arbeitsplätze und Steine aufgebaut und die neuen Werkzeuge liegen bereit.

6. August 2019:
Zur Inspiration, Motivation und zum Kennenlernen starteten wir mit einen Kunstspaziergang durch die Stadt und sprachen über diverse Kunstwerke. Leider hat noch am Morgen ein Teilnehmer abgesagt und von der Flüchtlingshilfe ist ein Teilnehmer weggezogen und zwei Teilnehmer sind erkrankt. Die plötzlich geschrumpfte Gruppe ist aber hoch motiviert und so war der Kunstlauf trotz Regenschauer ein schöner Einstieg.  Nach der Mittagspause gab es eine Einführung und individuelle Ideenbesprechung. Unglaublich, wie spontan und locker alle 5 Jugendlichen sofort wussten, was sie aus dem Stein herausholen wollen.

7. August 2019:
Gleich am 2. Tag begaben wir uns auf die Exkursion nach Thüste in den Steinbruch und in den Betrieb, in dem der Kalkstein gebrochen und weiterverarbeitet wird.  Vielen Dank an die Firma Stichweh & Söhne, die uns diese imposanten Eindrücke ermöglicht haben.

Video: Steingewinnung mit dem Bagger

Hoch motiviert werden die letzten 1,5 Stunden nach dem Ausflug noch genutzt um an den Steinen voran zu kommen.

8. August 2019:

Der erste volle Arbeitstag am Stein ist geschafft. Der Kalkstein lässt sich gut bearbeiten und trotzdem spüren alle den Widerstand. Es ist erstaunlich, wie konzentriert alle bis zur letzten Minute gearbeitet haben.

»Ist ne coole Idee , aber ich mach was anderes.« Linus

9. August 2019:

Frederike und Fatema tauschen sich spontan künstlerisch aus. Fatema lies sich von einer Plastik inspirieren, an der Frederike beteiligt war und Frederike porträtiert Fatema. Bei allen Teilnehmern ist die Motivation noch immer gut. Kleine Pausen zum Erholen werden aber ab und zu eingelegt oder die überschüssige Energie wird mit dem Einschottern von Steinsplittern verbraucht.

12. August 2019

Am Wochenende wurde nicht gearbeitet, um am Montag mit erholten Knochen weiterarbeiten zu können. Maxi kam mit einem Verband, der aber auf einen Fahrradunfall und nicht auf Überlastung am Stein zurückzuführen war. Schön, dass er trotz der Blessuren an Arm und Bein nicht aufgegeben hat.

»Das ist keine Skihütte mehr! Das ist ein Stein. Es gibt keine Skihütten in verlassenen Bergen. Ich habe immer neue Ideen.« Linus

13. August 2019

Die Stimmung ist weiterhin locker und sehr gut. Maxi und Linus lenken sich ab und zu mit Handyspielen vom Stein ab. Das ist erlaubt, denn wir sind nicht in der Schule. Frederikes Laune war am Morgen noch im Keller, weil sie ihren neuen Stundenplan in der Schulcloud gesehen hat. Der Tag beginnt zäh und am Stein ist vorsichtige Detailarbeit gefragt, die nur langsam und mit Geduld geschafft werden kann. Plötzlich bricht bei Fatema ein großes Stück ab. Das ist der Alptraum jeden Künstlers. Auch Fatema ist am Boden zerstört, verzweifelt und lässt sich nicht trösten. Nach kurzer Pause arbeitet sie dennoch weiter und gibt nicht auf.

»Das dauert ja ewig.« Karoline
»Die Hoffnung ist die Säule , welche die Welt trägt.« Gaius secundus Plinius

»Warum guckt denn dein Gesicht so traurig, Frederike?« Linus

14. August 2019:

Die letzten Stunden standen heute an. Statt Hektik herschte Gelassenheit am Arbeitsplatz, denn alle waren zufrieden mit ihren Ergebnissen.  Ja, sie können auch stolz auf ihre erste Skulptur und ihr Durchhaltevermögen sein.  Auf der abendlichen Vernissage in der VHS Hildesheim erhielten sie dafür  einen tosenden Applaus vom Publikum, während sie ihre Teilnahmeurkunden entgegen nahmen.
Die Werke können nun noch einige Wochen im 2. Stock der Volkshochschule bewundert werden, bevor die Teilnehmer sich zu Hause daran erfreuen dürfen.

 

Fotos: Marc Bertram

 


2018

Kopf –  Ateliertag mit Ausstellung

Teilnehmde Mitglieder des BBK Hildesheim laden zur Betrachtung der im Rahmen zweier Ateliertage entstandenen Werke ein und freuen sich über die Möglichkeit mit den Besucherinnen/ern ins Gespräch zu kommen.

Gegenstand der Ateliertage ist der Kopf: als real existierender Körperteil, als Synonym für Führung, Macht, als Sitz des Bewusstseins und der Steuerung aller Lebensabläufe. Der Kopf als Träger des Gesichts, mit dem wir uns zeigen als Ort des Sehens, Hörens und Sprechens.

Parallel dazu gibt es den Begriff »Haupt« (lat. caput), der über die rein körperliche Zuordnung hinaus, individuelle und soziale Qualitäten impliziert. Das Wort beruht wohl auf einer Entlehnung aus dem spätlat. Wort »Cuppa« (Becher).

Text: Bernward Herkenrath
Foto: Marc Bertram